Der Euro €
12.07.2026: Forscher der TU Dresden sagen voraus, dass der Kopierschutz des digitalen Euro gehackt werden wird. IT-Wissenschaftler der TU Dresden sagen voraus, dass der geplante digitale Euro in seiner Offline-Version gehackt werden wird. Sie kritisieren außerdem, dass die Online-Funktion des digitalen Euro Nutzer einem unnötigen Sicherheitsrisiko aussetze.
Die Offline-Variante der geplanten Digitalwährung soll auf Endgeräten der Nutzer gespeichert werden und Geldtransfer ohne Internetverbindung anonym zwischen Benutzern ermöglichen. Geplant ist, dass sichere Hardware verhindert, dass die digitalen Geldwerte kopiert und mehrfach ausgegeben werden. Mikolai Gütschow und Özgür Kesim von der TU Dresden zweifeln daran, dass dieser Kopierschutz dauerhaft funktionieren wird. Sie schreiben in einer Pressemitteilung: „Ähnliche Kopierschutzmaßnahmen konnten in der Vergangenheit oft umgangen werden, zum Beispiel bei Blu-Rays oder Smartphones. Da der finanzielle Anreiz unbegrenzt ist, wird auch die Motivation zur Umgehung hoch sein.“ Kesim fügt hinzu: „Durch die versprochene Anonymität wird es nicht möglich sein, die Angreifer zu identifizieren. Es sei denn, dieses Versprechen würde gebrochen und ein Rückverfolgungsverfahren zur Verhinderung von Missbrauch eingeführt werden.“
Nach ihrem Urteil wird die Offline-Variante entweder nicht wirklich anonym sein, oder der Kopierschutz werde früher oder später geknackt werden. Was die Online-Version angeht, so sehen die beiden IT-Experten insbesondere kritisch, dass alle Kontostände in einer zentralen Datenbank unter Aufsicht der EZB gespeichert werden sollen, und zwar in lediglich pseudonymisierter Form. Das bedeutet im Gegensatz zur anonymen Speicherung, dass der Inhaber rekonstruierbar ist. Sein Name wird zum Beispiel durch eine Nummer ersetzt. Die beiden IT-Forscher schreiben: „Eine nachträgliche Zusammenführung mit anderen Datensätzen wäre technisch nicht schwer. Gerade wenn man die bisherigen Erfahrungen mit Datenlecks bei namhaften Unternehmen und Behörden bedenkt, wäre es besser, sensible Zahlungsdaten – auch in pseudonymisierter Form – gar nicht erst zentral zusammenzuführen.“ Mehr … https://norberthaering.de/geldsystem/digitaler-euro-tu-dresden/
03.07.2026: Der Digitale Euro ist beschlossen (Teil 1). Irgendwo zwischen dem Geplauder über Hitzewellen und der Fußball-Weltmeisterschaft, die derzeit die Aufmerksamkeit dominieren, scheint ein bedeutsamer Meilenstein erreicht worden zu sein (und ich wette, Sie haben davon noch nichts aus dem Fernsehen gehört). Am 23. Juni 2026 machte der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments den Weg für die Einführung des digitalen Euro frei.
Der ECON-Ausschuss des EU-Parlaments tagt. Vor wenigen Tagen hat das EU-Parlament™ den digitalen Euro offiziell verabschiedet. Nachdem alles erledigt war, war im Juni 2026 nur noch eine Art Abstimmung™ im Wirtschaftsausschuss erforderlich. Aus der Agenda des EU-Parlaments zum „Digital Finance Package“: Bargeld ist das einzige Zahlungsmittel, das direkte Zahlungen vor Ort mit sofortiger Abwicklung und ohne Beteiligung Dritter oder Verwendung elektronischer Geräte ermöglicht. Um auf die steigende Nachfrage nach sicheren und vertrauenswürdigen elektronischen Zahlungen zu reagieren, leitet die EZB im Jahr 2021 eine Untersuchungsphase zu einer digitalen Zentralbankwährung in Europa ein. Unter einem solchen digitalen Euro kann Zentralbankgeld verstanden werden, das Bürgern und Unternehmen in digitaler Form für ihre Massenzahlungen zur Verfügung gestellt wird.
Bitte sagen Sie mir, warum brauchen wir eine gigantische Infrastruktur, an der Dritte, Vierte und jede andere Anzahl von Parteien beteiligt sind – verwiesen sei hier knapp auf die langen „Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen“ – sowie die erforderliche elektronische Ausrüstung (das ist Ihr S.M.A.R.T.-Gerät plus alles, was für den Internetzugriff erforderlich ist, z. B. WLAN-Router, irgendwo ein Modem, die Ethernet-Verbindung usw.)?
Legislativvorschlag. Letztendlich ist es das Vorrecht [orig. prerogative] der EZB, zu entscheiden, ob sie einen digitalen Euro herausgibt oder nicht [für den Fall, dass jemand eine Erinnerung daran benötigt, wer das Sagen hat und wie stark das EU-Parlament™ daran beteiligt ist]. Aber eine solche Entscheidung erfordert die Verabschiedung einer Verordnung, die einen rechtlichen Rahmen für einen digitalen Euro schafft [hier haben Sie es schwarz auf weiß, wer entscheidet und welche Mitbestimmung™ der Bürger genießt]. Daher hat die Europäische Kommission am 28. Juni 2023 ein digitales Euro-Paket vorgelegt.
Das digitale Euro-Paket würde neben Euro-Banknoten und -Münzen eine neue, digitale Form des Zentralbankgeldes etablieren. Der Zweck dieser Gesetzgebung [sic; behalten Sie das „Vorrecht“ der EZB im Hinterkopf] besteht darin, die Hauptaspekte eines digitalen Euro zu regeln, um sicherzustellen, dass bei der Verwendung des digitalen Euro im gesamten Euroraum die gleichen Regeln und Bedingungen gelten [was sie in Bezug auf Bargeld offenbar nicht tun?] …
Das Europäische Parlament arbeitet am digitalen Euro. Am 9. Februar 2024 legte der ehemalige Berichterstatter Berger seinen Berichtsentwurf vor, zu dem am 21. Februar Änderungsanträge eingereicht wurden. Der LIBE-Ausschuss [für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, Anm.] gab seine Stellungnahme zu diesem Gesetzgebungsdossier ab. Über diesen Berichtsentwurf hat keine Abstimmung stattgefunden. Im Dezember 2024 trat Berichterstatter Berger zurück. An seiner Stelle wurde der neue Berichterstatter Fernando Navarrete Rojas sein Nachfolger.
Der vom Europaabgeordneten Navarrete ausgearbeitete Berichtsentwurf wurde dem ECON-Ausschuss am 5. November vorgelegt, wobei die Frist für die Einreichung von Änderungsanträgen auf den 12. Dezember festgelegt wurde. Der Berichtsentwurf des Berichterstatters führt mehrere wichtige Änderungen am Vorschlag der Kommission ein.
Erstens wird klar zwischen einem Offline- und einem Online-Digital-Euro unterschieden. Die Offline-Version, die als tokenisierte Form von Bargeld konzipiert ist, würde sofort eingeführt und ermöglicht Zahlungen von Gerät zu Gerät mit hoher Privatsphäre und Stabilität, auch ohne Netzwerkzugriff. Die auf der EZB-Infrastruktur basierende Online-Version würde nur dann eingeführt, wenn keine tragfähige europaweite Zahlungslösung entsteht.
Zweitens stärkt der Entwurf den Schutz der Privatsphäre, indem er sicherstellt, dass der Offline-Digital-Euro nicht auf die Abrechnung im EZB-Hauptbuch angewiesen ist, was die Anonymität von Bargeld besser widerspiegelt und gleichzeitig spezifische AML/CTF-Grenzwerte zulässt. [Zeilenumbruch hinzugefügt]
Drittens wird ein strukturierterer Ansatz für Haltegrenzen eingeführt, der der Kommission und nicht der EZB die Hauptrolle bei der Festlegung von Obergrenzen auf der Grundlage von Finanzstabilitätsbewertungen gibt, mit strengeren Regeln für Überarbeitungen. Schließlich wird der Vergütungsrahmen verfeinert und eine zehnjährige Überprüfungsklausel hinzugefügt, um den Übergang zu einem effizienteren kostenbasierten Modell zu ermöglichen.
Die Verhandlungen im ECON-Ausschuss über Änderungsanträge zum Berichtsentwurf sind im Gange. Eine Ausschussabstimmung über den Berichtsentwurf ist für den 23. Juni 2026 geplant. Mehr … https://tkp.at/2026/07/01/der-digitale-euro-ist-beschlossen-1/
Der digitale Euro ist beschlossen (Teil 2). Irgendwo zwischen dem Geplauder über Hitzewellen und der Fußball-Weltmeisterschaft, die derzeit die Aufmerksamkeit dominieren, scheint ein bedeutsamer Meilenstein erreicht worden zu sein. Am 23. Juni 2026 machte der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments den Weg für die Einführung des digitalen Euro frei – und wie so oft, steckt der Teufel in den Details bzw. im Kleingedruckten.
Aus der Pressemitteilung des EU-Parlaments. Der folgende Text stammt aus der Pressemitteilung des EU-Parlaments anlässlich der Annahme des „Pakets zur digitalen Währung“ am 23. Juni 2026: Am Dienstag verabschiedete der Ausschuss für Wirtschaft und Währung seinen Standpunkt zum Paket zur gemeinsamen Währung, das aus drei Dossiers besteht. Das Dossier zur Einführung des digitalen Euro wurde mit 43 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen.
Der digitale Euro wäre eine neue, elektronische Geldform, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgegeben wird und sowohl online als auch offline funktioniert. Online-Zahlungen würden über ein kontobasiertes System abgewickelt, während Offline-Zahlungen direkt über lokale Speichermedien erfolgen. Die Offline-Funktionalität entspräche der Verwendung von Bargeld, da der Verlust des Geräts den Verlust des Offline-Geldes ohne Rückerstattungsmöglichkeit bedeutet [lassen Sie sich nicht täuschen: Die Transaktionsdaten werden selbstverständlich übertragen, sobald Sie online gehen].
Datenschutz. Die Grundsätze des Datenschutzes durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen würden in den digitalen Euro integriert. Modernste Technologien wie „Zero-Knowledge-Proofs“ würden die Verifizierung von Transaktionen ermöglichen, ohne personenbezogene Daten preiszugeben. Diese würden nur im unbedingt notwendigen Umfang für die Systemfunktion verarbeitet. Die EZB hätte keinen Zugriff auf personenbezogene Daten. [Ich bezweifle das, da alle Transaktionen über die EZB laufen, die die digitale Geldbörse (das Konto) mit Ihrem Bankkonto verknüpfen muss.]
Verteilungsmodell. Alle Zahlungsdienstleister, darunter Banken, E-Geld-Anbieter, Postämter und regulierte Krypto-Anbieter, könnten den digitalen Euro in der EU verteilen. [Achtung, Geldwäsche!] Die meisten Unternehmen wären verpflichtet, ihn zu akzeptieren. Ausnahmen gälten für Selbstständige sowie kleine und Kleinstunternehmen, die keine anderen digitalen Zahlungen akzeptieren. Vorübergehende Ablehnungen, beispielsweise bei einem Stromausfall, wären unter bestimmten Bedingungen zulässig. Besucher, Touristen und in einigen Fällen auch Personen, die außerhalb der Eurozone leben, könnten es nutzen [Beispiel: Montenegro hat den Euro inoffiziell eingeführt, ist aber weder Mitglied der EU noch der Eurozone; ich denke, einige in den nordischen Ländern (Norwegen, Dänemark, Schweden) könnten solche Wallets ebenfalls missbrauchen, um Geld zu waschen oder von schlechten Wechselkursen zu profitieren].
Gebühren und Entgelte. Grundlegende Dienstleistungen wie Kontoeröffnung, Verwahrung und Verwaltung von Guthaben sowie die Bereitstellung mindestens eines Zahlungsmittels wären kostenlos. Zahlungsdienstleister könnten Gebühren für Zusatzleistungen erheben, mit Ausnahme von Gebühren für inaktive Kontoführung oder Servicepakete. Gebühren für Händler und Zahlungen zwischen Anbietern wären gedeckelt, während Offline-Zahlungen vollständig gebührenfrei wären.
Finanzmarktstabilität und Obergrenzen. Zum Schutz des Finanzsystems soll die Menge an digitalen Euros, die eine Einzelperson halten darf, begrenzt werden [seltsamerweise gelten in der Offline-Welt keine solchen Beschränkungen, obwohl behauptet wird, der digitale Euro sei „genau wie Bargeld“]. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments schlugen vor, dass die EU-Obergrenze von der Kommission auf Grundlage von EZB-Empfehlungen festgelegt und mindestens alle zwei Jahre überprüft werden soll. Die Abgeordneten fordern, dass das Parlament in diesem Prozess die volle Entscheidungsgewalt erhält [viel Glück dabei].
Unternehmen dürften digitale Euros nicht halten, außer um eingehende Zahlungen bis zu 24 Stunden lang zu sammeln. Entscheidend ist, dass der digitale Euro weder Zinsen bringt noch Kosten verursacht [wenn das stimmt, könnte er ziemlich … revolutionär sein]. Mehr … https://tkp.at/2026/07/03/der-digitale-euro-ist-beschlossen-2/
29.06.2026: Der digitale Euro rückt näher – und Europas größte Geldreform wird nahezu ohne öffentliche Debatte vorangetrieben. Die Europäische Union hat einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung digitaler Euro gemacht. Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments stimmte der weiteren Ausarbeitung der digitalen Zentralbankwährung zu. Während Abgeordnete den Beschluss als „historischen Tag“ feierten, blieb eine breite öffentliche Debatte über die Folgen weitgehend aus.
Dabei geht es um weit mehr als eine neue Zahlungsform. Mit dem digitalen Euro würde erstmals jeder Bürger die Möglichkeit erhalten, digitales Zentralbankgeld direkt bei der Europäischen Zentralbank zu halten. Damit verändert sich das Verhältnis zwischen Bürger, Geschäftsbanken und Staat grundlegend.
Eine der größten Veränderungen des Geldsystems. Offiziell wird der digitale Euro mit einfacheren Zahlungen, mehr Unabhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern und einer Modernisierung des Finanzsystems begründet. Kritiker sehen jedoch eine weitreichende Umgestaltung des europäischen Geldsystems, deren Konsequenzen bislang kaum öffentlich diskutiert werden.
Der unabhängige flämische Abgeordnete Maurits Vande Reyde versuchte, das Thema im flämischen Parlament zur Debatte zu stellen. Sein Antrag wurde von den etablierten Parteien abgelehnt. Die Begründung lautete sinngemäß, darüber entscheide Europa. Genau dieser Umgang sorgt bei Kritikern für Unverständnis: Eine der tiefgreifendsten Veränderungen des Finanzsystems werde auf europäischer Ebene vorbereitet, während nationale Parlamente kaum darüber diskutieren. Mehr … https://uncutnews.ch/der-digitale-euro-rueckt-naeher-und-europas-groesste-geldreform-wird-nahezu-ohne-oeffentliche-debatte-vorangetrieben/
22.06.2026: Programmierbare Zahlungen: Der versteckte Plan hinter dem digitalen Euro. Das Projekt des digitalen Zentralbankgeldes stockt, auch in der EU. Doch die Bürokraten verhandeln und planen weiter. Ein internes Papier soll festhalten, dass der digitale Euro nicht „programmierbar“ sein soll. Dahinter dürfte sich jedoch eine Finte verstecken.
Geld, das zweckgebunden ist und mit einem Ablaufdatum versehen wird, ist ein wesentlicher Kritikpunkt der Gegner von digitalem Zentralbankgeld. Dass solche Planspiele und Pilotprojekte existieren, ist nichts Neues: Im Sommer 2024 diskutierte ein deutsches Papier über einen „zweckgebundenen“ digitalen Euro. In Indien ist das Geld bereits Realität – zumindest in Pilotprojekten, TKP hat berichtet.
Programmierbar: Zahlung statt Geld. Niemand will Geld, über das man nicht frei verfügen kann. Dementsprechend versucht die EU, sich vor entsprechender Kritik abzuschirmen. Auch Faktenchecker erklärten schon vor Jahren, dass der digitale Euro all diese Dinge nicht haben werde – und stuften entsprechende Warnungen als „Verschwörungstheorie“ ein.
Der Journalist und Ökonom Norbert Häring berichtet nun über einen Verordnungsentwurf. Dieser ist nicht öffentlich, liegt ihm aber vor. Darin heißt es wörtlich: „Der digitale Euro wird nicht programmierbar sein.“ Wirklich? Mehr … https://tkp.at/2026/06/22/programmierbare-zahlungen-der-versteckte-plan-hinter-dem-digitalen-euro/
21.06.2026: Der „nicht-programmierbare“ digitale Euro ist eine Mogelpackung. Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission versichern, der digitale Euro werde „nicht programmierbar“ sein. Ein Verordnungsentwurf für den digitalen Euro macht sehr deutlich, dass das Augenwischerei ist. Denn „programmierbares Geld“ wird sehr eng definiert. Programmierbare Zahlungen sollen dagegen ausdrücklich gefördert werden. Diese eröffnen hochproblematische Möglichkeiten zur finanziellen Feinsteuerung der Bürger.
Ein verbreiteter Einwand von Kritikern des digitalen Euro ist die Möglichkeit, damit Instrumente zur Feinsteuerung der Bevölkerung zu etablieren, etwa in Form eines Sozialkreditsystems oder eines Systems zur Zuteilung von CO2-Emissionsrechten an jeden Bürger. Darauf haben die Verantwortlichen in Frankfurt und Brüssel mit der Versicherung reagiert, der digitale Euro werde nicht programmierbar sein. So steht es auch sehr deutlich in Absatz 2 von Artikel 24 des Verordnungsentwurfs zum digitalen Euro, der nicht veröffentlicht wurde, aber mir vorliegt. Er bildet den derzeitigen Verhandlungsstand in Brüssel ab: „Der digitale Euro wird nicht programmierbar sein.“ Punkt.
Allerdings steht in Absatz 1, direkt davor, etwas zur Ermöglichung von bedingten Zahlungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). In den Erwägungsgründen der Verordnung wird erläutert, dass es sich dabei um „programmierbare Zahlungen“ handelt, um Zahlungen, die durch Software automatisch ausgelöst werden, wenn vorher vereinbarte Bedingungen erfüllt sind. Mehr … https://norberthaering.de/geldsystem/mogelpackung-digitaler-euro/
04.05.2026: Der Euro hat Südeuropa zerstört: Griechenland offenbart Scheitern einer Währungsideologie. Brüssel feiert wieder einmal. In den Hochglanzberichten der EU-Institutionen wird Griechenland als Erfolgsgeschichte gefeiert. Man spricht von „Wachstum“, moderaten Lohnsteigerungen und einer „stabilisierten“ Finanzlage nach Jahren harter Austerität. Doch die Realität für die Menschen vor Ort sieht völlig anders aus.
Wer hinter die Kulissen der offiziellen Statistik blickt, erkennt ein ganz anderes Bild: Ein Land, das systematisch entkernt wurde, um ein Währungsexperiment zu retten, das von Anfang an auf Sand gebaut war. Der durchschnittliche griechische Arbeitnehmer gehört weiterhin zu den ärmsten in Europa – obwohl er mit den längsten Arbeitszeiten des Kontinents schuftet. Genau das hatte der US-Ökonom Martin Armstrong schon vor Jahren prophezeit: Der Euro ohne echte Fiskalunion zerstört strukturell schwächere Volkswirtschaften im Süden. Griechenland ist der traurige Beweis.
Der Euro: Ein goldener Käfig für den Süden. Die bittere Realität, die Armstrong Economics treffend analysiert, ist ernüchternd: Der durchschnittliche griechische Arbeiter gehört heute zu den Ärmsten in Europa, trotz einer Arbeitsbelastung, die zu den höchsten auf dem Kontinent zählt. Die griechischen Arbeiter haben trotz angeblicher Erholung eine der schwächsten Kaufkraft in ganz Europa. Das ist keine Erholung – das ist eine Dauer-Austerität unter dem Deckmantel von „Stabilisierung“.
Wie passt das zu den Jubelmeldungen über steigende BIP-Zahlen? Der Kern des Problems liegt in der Konstruktion des Euro selbst. Der Euro wurde als Währungsunion ohne Fiskalunion geschaffen – ein politisches Experiment, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Während Deutschland von einer für seine starke Exportwirtschaft unterbewerteten Währung profitierte, wurden Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien in ein Korsett gezwungen, das ihnen jedes Mittel zur Selbstheilung nahm. Mehr … https://tkp.at/2026/05/04/der-euro-hat-suedeuropa-zerstoert-griechenland-offenbart-scheitern-einer-waehrungsideologie/
13.01.2026: Digitaler Euro vor entscheidendem Testlauf - Banken skeptisch. 70 europäische Ökonomen warnen vor einem Scheitern des digitalen Euro und sehen Europas monetäre Souveränität in Gefahr. Doch während Politik und Zentralbanken strategisch argumentieren, deutet einen neue Umfrage darauf hin, dass Führungskräfte des Finanzsektors kaum Bedarf an einer neuen digitalen Zentralbankwährung sehen.
Seit Jahren tüfteln die Euro-Währungshüter unter Federführung der Europäischen Zentralbank an einer digitalen Variante der europäischen Gemeinschaftswährung. 70 Ökonomen fordern einen starken digitalen Euro zur Wahrung von Europas Souveränität. Banken und Finanzexperten bezweifeln Nutzen und Akzeptanz bei Verbrauchern. Umfragen zeigen: Bestehende digitale Bezahlsysteme sind etabliert und akzeptiert.
70 europäische Ökonomen – darunter bekannte Namen wie der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty – haben in einem offenen Brief an Abgeordnete des EU-Parlaments vor einem Scheitern des digitalen Euro gewarnt. Das von der EZB und den nationalen Zentralbanken der Eurozone unterstützte Projekt soll 2027 einen Testlauf erfahren. Befürworter des Projekts beschwören die „europäische Souveränität“, die es auch im monetären Bereich zu bewahren gelte.
Offener Brief mahnt EZB und Politik zum Handeln. In dem Brief beklagen die Ökonomen die Dominanz außereuropäischer, vorrangig US-amerikanischer Anbieter im internationalen Zahlungsverkehr. Ob Kreditkartendienste wie Visa und Mastercard oder Zahlungsdienste wie PayPal und Remitly – es sind große US-Unternehmen, die den Markt beherrschen. Dazu kommen digitale Währungen wie Bitcoin. Laut den Verfassern laufen in 13 von 21 Eurozonenländern Alltagszahlungen fast vollständig über diese Anbieter. Mehr … https://www.epochtimes.de/wirtschaft/digitaler-euro-vor-entscheidendem-testlauf-banken-skeptisch-a5358345.html
07.01.2026: Die Beschwichtigungsinitiative zur Verschleierung. Die Nicht-Programmierbarkeit des digitalen Euro ist eine Ablenkung. Der geplante digitale Euro ruft in Teilen der Bevölkerung Befürchtungen in Richtung Totalüberwachung des individuellen Geldverkehrs und Verhaltenssteuerung von oben hervor. Zwar soll der digitale Euro nicht programmierbar sein, die Sorgen sind dennoch nicht grundlos.
Der jüngst vorgestellte Verordnungsentwurf des EU-Rats zum geplanten digitalen Euro enthält – wie zuvor schon der Entwurf der EU-Kommission – die Versicherung, dass dieser nicht programmierbar sein soll: „Der digitale Euro sollte die Programmierung bedingter digitaler Euro-Zahlungsvorgänge durch Zahlungsdienstleister unterstützen. Der digitale Euro sollte jedoch kein „programmierbares Geld“ sein, d. h. Einheiten, die aufgrund von festgelegten Ausgabebedingungen nur für den Kauf bestimmter Arten von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden können oder zeitlich begrenzt sind und danach nicht mehr verwendet werden können.“
Übertragen auf Geldscheine würde das bedeuten: Es kann keine Aufdrucke auf Geldscheinen geben, denen zufolge man mit diesen bestimmte Güter nicht bezahlen kann oder denen zufolge der Geldschein ab einem bestimmten Datum weniger oder nichts mehr wert ist. Entsprechend soll das nicht in die digitalen Euro-Einheiten einprogrammiert werden.
Aber: Es gibt auch den ersten Satz, wonach der digitale Euro die Programmierung bedingter Zahlungsvorgänge unterstützen soll. Die Unterstützung soll zum Beispiel durch technische Instrumente geschehen, wie passende APIs (Anwendungsprogrammier-Schnittstellen) und zusätzliche Funktionen in der Abwicklungsinfrastruktur für den digitalen Euro. Zu letzteren würde die Möglichkeit der Reservierung von Mitteln für die künftige Ausführung bedingter Zahlungen gehören. Mehr … https://norberthaering.de/news/eu-rat-digitaler-euro/
29.12.2025: Wer haftet wirklich? Wie TARGET2 den Euro stützt – und Deutschland belastet. Über eine Billion Euro deutscher Forderungen sichern den Euro. Das TARGET2-System kaschiert Ungleichgewichte – und macht Deutschland zum stillen Haftungsträger der Währungsunion.
Die Stabilität des Euro wirkt nach außen selbstverständlich. Doch ein Blick hinter die Kulissen des europäischen Zahlungssystems TARGET2 zeigt ein anderes Bild: tiefgreifende Ungleichgewichte, die kaum öffentlich diskutiert werden – und ein Land, das faktisch den größten Teil des Risikos trägt. Als Griechenland während der Finanzkrise in den Verhandlungen um eine Kreditvergabe nicht spurte und zögerte, die äußerst harten Bedingungen der Geldgeber zu akzeptieren, drohte die EU, dem Land den Zugang zum TARGET2-System zu blockieren. Damit hätte die Eurozone Griechenland faktisch die Tür gewiesen und Hellas hätte sofort eine eigene Währung ausgeben müssen.
Die Folgen wären schrecklich gewesen: Da das Land keinen Primärüberschuss hatte, hätte nicht einmal ein Staatsbankrott und der Verzicht auf die Zahlung von Zinsen und Amortisationen einen starken Anstieg der Inflation verhindern können. Das Land hätte das Defizit mit der Notenpresse finanzieren müssen.
Nach den zuletzt bekannten TARGET2-Salden hält die Deutsche Bundesbank Forderungen von über einer Billion Euro gegenüber dem Eurosystem. Dem stehen hohe negative Salden mehrerer Mitgliedstaaten gegenüber, insbesondere aus Südeuropa. Diese Zahlen sind kein kurzfristiges Phänomen und auch kein buchhalterischer Zufall. Sie spiegeln strukturelle wirtschaftliche Divergenzen innerhalb der Eurozone wider.
TARGET2 ist das zentrale Echtzeit-Zahlungssystem der Europäischen Zentralbank. Technisch ermöglicht es den reibungslosen Zahlungsverkehr zwischen den nationalen Notenbanken. Ökonomisch jedoch fungiert es zunehmend als Ausgleichsmechanismus für Leistungsbilanzdefizite, Kapitalabflüsse und fehlende private Finanzierung in einzelnen Mitgliedstaaten. So war es aber nicht gedacht. Positive TARGET2-Salden bedeuten Forderungen, negative Salden Verbindlichkeiten gegenüber dem Eurosystem. Während Länder mit dauerhaftem Kapitalzufluss – allen voran Deutschland – immer höhere Guthaben aufbauen, finanzieren Defizitländer ihre Abflüsse über ihre Zentralbanken. Ohne dieses System müssten diese Staaten andere Wege gehen: Währungen abwerten, Zinsen stark erhöhen oder ihre Zahlungsfähigkeit einschränken.
Genau das verhindert TARGET2. Es stabilisiert den Euro – allerdings nicht kostenneutral. Die Risiken dieser Konstruktion konzentrieren sich dort, wo die Forderungen liegen. Deutschland ist damit nicht nur größter Profiteur des Binnenmarktes, sondern zugleich größter Gläubiger eines Systems, dessen Fortbestand nicht garantiert ist. Mehr …
05.09.2025: Entscheidet sich am Montag das Schicksal des Euro? Am kommenden Montag, dem 8. September, könnte in Paris eine Schicksalsstunde für den Euro schlagen. Scheitert die französische Regierung, was wahrscheinlich ist, könnte der Euro ins Rutschen geraten, weil Frankreich auf einen Staatsbankrott zusteuert.
Leserinnen und Leser erinnern sich vielleicht an die Notfallgipfel, die Unruhen in Athen und die Finanzrettungspakete von 2009 bis 2012. Die Krise ebbte ab, als der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, versprach, „alles Notwendige“ zu tun. Die meisten gingen davon aus, dass die Probleme gelöst seien. Das war ein Irrtum. Die zugrunde liegenden Probleme verschwanden nie – im Gegenteil, sie verschärften sich. Die europäischen Schulden sind heute höher als während der Krise. Banken sind weiterhin mit Staatsanleihen vollgestopft. Politische Systeme sind zerbrochen.
Europa sitzt nun auf einem Pulverfass, und ich fürchte, die Explosion ist nicht mehr weit entfernt. Die Lunte könnte am 8. September entzündet werden, wenn Frankreichs Premierminister François Bayrou einer Vertrauensabstimmung gegenübersteht, die er fast sicher verlieren wird. Was folgt, ist ein mögliches Szenario: eine plausible Kette von Ereignissen, die zeigt, wie Europas Schwachstellen katastrophal werden könnten.
Griechenland machte weniger als zwei Prozent der Eurozone aus. Frankreich ist deren zweitgrößte Volkswirtschaft und ein Gründungsmitglied. Die französische Staatsverschuldung beläuft sich auf 3,35 Billionen Euro, rund 114 Prozent des BIP. In den vergangenen Jahren ist Frankreich unregierbar geworden, mit einem dreigeteilten Parlament zwischen Mitte, äußerer Rechter und äußerer Linker. Kein Block hat eine Mehrheit. Zwei können sich stets zusammenschließen, um den dritten zu blockieren.
Bayrou muss sein Sparbudget von 44 Milliarden Euro durchs Parlament bringen – einschließlich der Streichung von Feiertagen, Einfrieren von Renten, Kürzung von Leistungen. Sowohl Linke als auch Rechte haben geschworen, ihn zu stürzen. Das ist so gut wie sicher. Was danach geschieht, ist es nicht. Mehr …
04.06.2025: Bulgarien bekommt den Euro – Brüssel gibt grünes Licht. Jetzt ist es offiziell: Bulgarien steht vor dem Beitritt zur Eurozone. Wie die Europäische Kommission heute mitteilte, erfüllt das Land alle notwendigen Voraussetzungen für die Einführung der gemeinsamen Währung. Ab dem 1. Januar 2026 soll der bulgarische Lew Geschichte sein – der Euro wird dann auch in Sofia, Plowdiw und Warna den Zahlungsverkehr bestimmen.
Die Europäische Kommission hat grünes Licht für die Einführung des Euro in Bulgarien gegeben. Wie aus einer Mitteilung vom 4. Juni 2025 hervorgeht, erfüllt das südosteuropäische EU-Mitglied alle erforderlichen Konvergenzkriterien: Preisstabilität, solide Staatsfinanzen, stabile Wechselkursentwicklung und eine langfristig niedrige Zinsstruktur. Auch die gesetzlich verankerte Unabhängigkeit der bulgarischen Notenbank wurde von der Kommission als ausreichend bewertet. Der Euro soll am 1. Januar 2026 offizielles Zahlungsmittel in Bulgarien werden und die Landeswährung Lew ablösen.
Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Fortschritt für Bulgarien, das seit seinem EU-Beitritt im Jahr 2007 auf die Aufnahme in die Eurozone hinarbeitet. Der bulgarische Lew ist seit Jahren fest an den Euro gekoppelt, wodurch wirtschaftliche Schwankungen bereits bisher gedämpft wurden. Mit der offiziellen Einführung des Euro findet ein langjähriger Transformationsprozess seinen Abschluss, der sowohl politisch als auch wirtschaftlich begleitet wurde. Bulgarien wird damit zum 21. Mitgliedstaat der Eurozone.
Die bulgarische Regierung betrachtet die Währungsumstellung als strategischen Schritt zur weiteren wirtschaftlichen Stabilisierung, zur Stärkung des Investitionsstandorts und zur Erhöhung des internationalen Vertrauens. Ministerpräsident Nikolaj Denkow bezeichnete den Beitritt zur Eurozone als "Schlüssel zur Vertiefung der europäischen Integration". In der Bevölkerung ist die Entscheidung jedoch nicht unumstritten: Während Befürworter auf sinkende Transaktionskosten und vereinfachte Handelsbeziehungen setzen, äußern Kritiker Sorgen über steigende Preise und den Verlust nationaler Souveränität. Mehr …
05.03.2025: Digitaler Zentralbank-Euro ohne Fortschritt. Wenig Fortschritt innerhalb der EU beim digitalen Euro. In den letzten Monaten ist kaum etwas passiert und so dürfte es weitergehen. Vor wenigen Wochen hat TKP berichtet, dass im EU-Parlament weiter an der Entwicklung und Einführung des digitalen Zentralbankeuros (digitaler Euro) arbeitet. Dieser digitale Euro könnte in seiner umfassenden Form zweckgebunden werden. Geld also, das nur für bestimmte Zwecke verwendet werden darf. Aber auch in der EU dürfte das Projekt zunehmend ins Stocken kommen. Mehr …
03.01.2025: Euro fällt gegenüber Dollar auf Zweijahrestief. Die wirtschaftliche und politische Instabilität hat die Eurozone schwer getroffen. Der Euro ist weiter im Abwärtstrend und wurde zuletzt im Jahr 2022 unter der Parität zum US-Dollar gehandelt. Zuvor war der Ukraine-Konflikt eskaliert, und die Angst vor einer Energiekrise war groß.
Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar auf den schwächsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen und erreichte einen Wechselkurs EUR/USD von 1,03. Der Einbruch erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland und einer EU-weiten Energiekrise.
Der Euro fiel am Donnerstagmorgen um 0,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar und erreichte am Mittag in Europa einen Referenzkurs von 1,032. Die europäische Währung wurde seit November 2022 – als sich die meisten EU-Länder auf eine Gasknappheit im Winter vorbereiteten, nachdem die EU ein Embargo gegen russische fossile Brennstoffe verhängt hatte – nicht mehr so niedrig gegenüber dem Dollar gehandelt.
Die deutsche Wirtschaft leidet immer noch unter den Auswirkungen des Embargos. In den Jahren 2023 und 2024 schrumpfte sie, während die Zentralbank des Landes für dieses Jahr ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert. Deutschland, einst Europas industrielles Kraftzentrum, hat mit steigenden Energiekosten zu kämpfen, seit es vom russischen Öl und Gas abgeschnitten ist. Führende deutsche Hersteller – wie Volkswagen und Bosch – hatten im Jahr 2024 weitreichende Kürzungen angekündigt.
Auch die politische Instabilität hat die Probleme des Euro verschlimmert, da die Regierungen Deutschlands und Frankreichs Ende letzten Jahres zusammengebrochen sind und die gesamte EU sich auf die vom designierten US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Zölle vorbereitet. Mehr …
16.01.2024: Wie der Euro Europa ermordet: Bilanz einer wirtschaftlichen Vierteljahrhundertkatastrophe. Bei aller Euro-Skepsis unter den Deutschen ist zu bedenken: Die Wirtschaft der BRD war über lange Jahre Profiteur der gemeinsamen EU-Währung. Auch heute dient der Euro den globalen Finanzeliten zum Aussaugen der EU-Länder. Mit Deutschland als Werkzeug.
Europa beschritt, als es vor einem Vierteljahrhundert in den elektronischen Abrechnungen zu einer gemeinsamen Währung wechselte, den Weg bergab. Einen Weg in Richtung politischer und wirtschaftlicher Unselbstständigkeit. Die Umsetzung der Idee des Euro als gemeinsames Zahlmittel für einen Jeden und für jedes Land der Europäischen Union – denn das ist der Inhalt entsprechender Dokumente, die damals in Maastricht verabschiedet wurden –, ist eines der besten Beispiele dafür, wie man mehrere Hundert Millionen Menschen einfach betrügen kann, ohne dass die Urheber dieses Betrugs dafür irgendwie zur Rechenschaft gezogen werden.
Nun, der Euro – dieses Kind einer Mama, nämlich der Idee "Seid umschlungen, Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt!" und vieler Papas aus gewieften Lebenskünstlern, was diese Währung zu einem seltenen Fall einer wahrhaften kollektiven Vaterschaft macht –, wurde also zum Zwangsmittel auf der einen und zum Mittel der Vernichtung jeglichen politischen Widerstands auf der anderen Hand, sobald Staaten, die zur Eurozone gehören, ihren Unmut äußern. Gewinner der Euro-Einführung besprechen wir später. Vorerst reden wir über die Verlierer. Denn zu Verlierern wurden so gut wie alle Teilnehmer an dieser Hütchenspieler-Fickfackerei.
Allen Teilnehmerstaaten, sowohl vergleichsweise gut betuchten wie Österreich als auch den eher ärmeren, um nicht zu sagen bettelarmen wie Griechenland, wurde als Eintrittsgebühr vorgeschrieben: Sie sollten ihren eigenen Zentralbanken zwei wichtigste Hebel entziehen, mittels derer das Kredit- und Währungssystem eines Staates eben kontrolliert wird. Sprich: Die europäischen Zentralbanken verloren die Befugnisse, nach eigenem Gutdünken Geld zu drucken und den Zinssatz für Kredite festzulegen. Alle Befugnisse verdünnisierten sich daraufhin auf Nimmerwiedersehen schnurstracks in den Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Mehr …
09.02.2023: Wird der Euro zu einer Schrottwährung? Hans-Werner Sinn bei Viertel nach Acht – BILD. Das Thema von Hans-Werner Sinn: „Man muss anerkennen, dass die EZB endlich die Kurve gekriegt hat. Sie hätte schon 2021 handeln müssen, denn schon damals stellte die Inflation der gewerblichen Erzeugerpreise alles in den Schatten, was wir in der Geschichte der Bundesrepublik haben sehen können. Selbst die Ölkrisen der 1970er verblassten dagegen. Die EZB wird weitere Zinserhöhungen durchführen, aber sie wird die langfristigen Zinsen nicht so weit hochtreiben, dass die Staaten mit ihren inflationstreibenden Verschuldungsorgien aufhören. Video …
14.10.2022: Ist der EURO bald AM ENDE? - VisualEconomik DE
20.09.2022: Das Euro-Dilemma. Sowohl Zinserhöhungen als auch der Verzicht darauf können die europäische Wirtschaft in die Bredouille bringen — es droht ein dramatischer Absturz unserer Währung. Wie man’s macht, macht man’s falsch. Die EZB steht derzeit vor einem kaum zu lösenden Dilemma. Erhöht sie den Leitzins, wie zuletzt geschehen, so steigt die Gefahr der Überschuldung für Staaten und Einzelpersonen. Erhöht sie ihn nicht, kann das verstärkte Inflation und steigende Importpreise bedeuten — beides tödlich für die Wirtschaft. Die Folgen der Krise sind jetzt schon deutlich zu spüren. In den letzten 18 Monaten hat der Euro gegenüber dem Dollar etwa 20 Prozent seines Wertes verloren und wird momentan eins zu eins zum Dollar gehandelt. Auch zum Schweizer Franken, zum chinesischen Yuan und insbesondere zum Rubel hat der Euro in den letzten Jahren deutlich an Wert verloren (1). Von einem Zusammenbruch des Euro würden vor allem unsere globalen Konkurrenten, die USA und China, profitieren. Welche Auswirkungen könnte das auf uns haben? Mehr …
10.09.2022: Kommt eine Euro-Krise? Jetzt zeigen sich die Konstruktionsfehler des Euro. Wenn nicht gehandelt wird, sind Staatspleiten mit enormen Folgen höchst wahrscheinlich. In den letzten 18 Monaten hat der Euro gegenüber dem Dollar etwa 20 Prozent seines Wertes verloren und wird momentan eins zu eins zum Dollar gehandelt. Auch zum Schweizer Franken, zum chinesischen Yuan und insbesondere zum Rubel hat der Euro in den letzten Jahren deutlich an Wert verloren.[1] Warum? Was steckt dahinter? Wird er noch weiter fallen? Und was könnte das für Auswirkungen auf uns haben?
Die Lenkungsfunktion des Zinses. Um diesen Fragen nachzugehen, wollen wir uns zuerst einmal klarmachen, warum es innerhalb einzelner Länder oder Währungsräume Zinsunterschiede, sogenannte spreads für verschiedene Kreditnehmer gibt. Die Zinsen sind abhängig von der Qualität, bzw. der Bonität der Kreditnehmer. Je besser die Bonität oder Güte des Kreditnehmers, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit für die Bank und desto geringer ist daher der Risikoaufschlag und damit der Zins, den der Schuldner zahlen muss. Die Zinsunterschiede steuern daher die Kapitalströme. Schlechte Schuldner mit geringer Bonität bekommen wenig und teure Kredite. Hohe Zinsen sollen schlechte Schuldner davon abhalten, zu hohe Kredite aufzunehmen. Sie haben eine wichtige ökonomische Steuerungsfunktion.
Aushebelung der Marktmechanismen durch die Einführung des Euro. Mit der Einführung des Euro 1998 bzw. 2002 hat genau eine solche systematische Staatsintervention in das Marktgeschehen stattgefunden, die die Zinsdifferenzen politisch beeinflusst und dafür gesorgt hat, dass die Kapitalströme seither in ökonomisch falsche Richtungen fließen. Die Gesetze des Marktes lassen sich aber durch politischen Willen nicht einfach aushebeln. Der Markt rächt sich. Konkret: Wenn die Gläubiger eines Tages feststellen, dass sie ihre Kredite nicht mehr in voller Höhe zurückbekommen werden, dann kann es zu einer Finanzkrise kommen. Eine solche dürfte uns im Euroraum bevorstehen. Denn seit 20 Jahren entspricht die Zinsstruktur im Euroraum nicht mehr den ökonomischen Grundgesetzen. Seit 20 Jahren werden die Kapitalströme in die falsche Richtung gelenkt. Meiner Einschätzung nach ist der Euro rein ökonomisch betrachtet von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Diese Fehlkonstruktion kann man vergleichen mit dem Bau einer Brücke, die auf falschen Berechnungen beruht. Sie wird eines Tages einstürzen. Beispiel Italien. Mehr …
31.08.2022: Bringt Deutschlands Krise den Euro zu Fall? Mit dem wirtschaftlichen Schwanken Deutschlands werden auch die grundlegenden Konstruktionsschwächen der Eurozone bedrohlich deutlich. Drei Wirtschaftsnachrichten erreichten uns in den letzten Wochen, die wenig Gutes versprechen: 1. Der Euro-Kurs stürzt zum ersten Mal seit 2002 unter die Dollar-Parität. 2. Die Inflationsrate in der Eurozone weitet sich schnell aus und liegt höher als je zuvor (im Juli lag die Rate bei geschätzten 8,9 Prozent). 3. Auch das Handelsdefizit der Eurozone wächst und hat einen Rekordwert erlangt. Die Eurozone, so viel steht fest, ist in einer ernsthaften Krise. Doch während die Beschwörung von Krisen – zum Beispiel des Klimas – hoch im Kurs steht, wirkt die Berichterstattung über dieses Thema fast verschämt. Das ist aus Sicht unserer Eliten verständlich. Zum einen gehen viele Probleme auf Fehlentscheidungen zurück, die sie mitzuverantworten oder unterstützt haben – und zum anderen ist eine Debatte über die Zukunft der Eurozone das letzte, was sich unsere Pro-EU-Eliten wünschen. Verantwortlich für die Misere, heißt es, sei vor allem die russische Invasion der Ukraine. Das jedoch ist nur ein Teil der Wahrheit, denn schon vor dem 24. Februar war die Eurozone in keinem guten Zustand. Im Kern ist die wachsende Krise eine Krise der deutschen Wirtschaft. So eng verwoben mit und abhängig von Deutschland ist die Eurozone, dass der Spruch der ehemaligen Kanzlerin, „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“, umgewandelt werden müsste. Treffender wäre es zu sagen: Scheitert Deutschland, dann scheitert die Eurozone. Mehr …
03.09.2021 neu: EURO Rettungsschirm EFSF SKANDAL
31.07.2021 neu: Europas letztes Aufgebot: Das Corona-Paket wird den Euro nicht retten!
Der Euro wurde seinerzeit eingeführt als das sicherste Zahlungsmittel der Welt. Besonders die neuen Sicherheitsmerkmale wurden uns hierfür schmackhaft gemacht. Zudem wurde er uns angepriesen im Zusammenhang mit wesentlichen Reiseerleichterungen weil man nicht bei jeder Auslandsreise Geld umtauschen muß.
Mittlerweile ist jedoch klar, daß er von Anfang an einem ganz anderen Ziel diente, nämlich der wirtschaftlichen Destabilisierung Europas. (Mehr hierzu folgt in Kürze)
Nun zum aktuellen Geschehen im Mai 2020: Der Euro steht vor dem Aus. Vergleichen Sie selbst: Friedrich & Weik Ist Corona der Todesstoß für den Euro
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